2019 MichaelHofstetter Vol3 Cover Vorne


 

Michael Hofstetter
Vol 3: 2011 – 2019
2019.
Hg. Kunstmuseum Kloster Unserer Lieben Frauen Magdeburg. Ca. 288 Seiten.
Mit Texten von Dorothée Bauerle-Willert, Karin Hutflötz, Shiva Lachen, Karl Borromäus Murr.
189 Abb., 20,5 x 27 cm, Hardcover, Fadenheftung.
Ca. 34.00 EUR
ISBN 978-3-86833-264-3
Erscheint im Herbst 2019

modo Verlag, Freiburg
www.modoverlag.de

 

Der dritte Band von Hofstetters monografischer Trilogie hat als verbindende Klammer die Zeit.
Nicht eine paradiesische Vergangenheit aber auch nicht eine messianische Zukunft, als himmlische Ewigkeit, steht bei Hofstetter im Zentrum seiner Kunst, sondern die symbolische und buchstäbliche Zeit von Kunstwerken. Denn das einstige Ewigkeitsversprechen der Kunstwerke hat sich verwandelt in die Anstrengung musealer Restauration und/oder kapitalistische Fetischisierung. Die Kunstgeschichte in Zusammenarbeit mit dem Kunstmarkt und der Rendite stehen jetzt für die Zukunft. Gibt es ein Weiterleben jenseits der Ewigkeit der Gegenwartskunst, jenseits von Musealisierung und kapitalistischer Wertanlage? Gibt es gar ein Recycling von Kunstwerken? Karl Borromäus Murr findet in seinem Essay Stoff-Wechsel anhand von Hofstetters Webfalten ganz neue Anworten zu der Beziehung von Mode und Kunst.
Auf- und Abwertung. Zerstörung und Neubeginn. Hofstetter ist der erste Künstler, der seine eigenen Werke fortschreibt und fortschreiben läßt. Sie recycelt und upcycled. Der zeitliche Verlauf wird hier – mitunter auch durch Beteiligung des Betrachters – zum bestimmenden Moment der Werke selbst. Verfall oder Utopie, Auflösung und oder Einlösung. Ware oder Revolution. Hofstetters Kunst als Spiel zwischen Rezeption und Intention zeigt sich hier in diesem 3. Band in seiner gesellschaftspolitischen Konsequenz. Zwischen der geschichtsauslöschenden Strategie der 1. Avantgarde und dem Terrorismus des IS zieht Hofstetters Kunst ebenso Linien, wie auch zwischem dem Design und einer partizipativen Rezeption als Freizeiterlebnis

Die drei Bände durchmessen die Fotografie in ihren wirklichkeitsüberformenden Aspekten: von der Zerstörung des Ortes, verursacht durch die uns umschmeichelnde und bergende Black Box; über die Verwandlung der künstlichen Dinge zur zweiten Natur bis zur Fetischierung ewiger Gegenwart. Das Fazit des dritten Bandes könnte auch lauten: In der Fotografie stirbt die Utopie.